Die (regionale) Bauwirtschaft profitiert vom Klimawandel
Klimawandel und Umweltpolitik lösen umfangreiche Bauleistungen aus, denn zur Reduktion von CO2-Emmissionen stehen Baumaßnahmen vorne an. Davon profitieren die Bauwirtschaft und ihre Zulieferindustrie. In unterschiedlichen Szenarien wird bis 2030 ein Bauvolumen zwischen 150 Mrd. bis 340 Mrd. EUR in Deutschland prognostiziert.
Wertschöpfungspotenziale für die Bauwirtschaft liegen in:
- der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes,
- der energetischen Sanierung von Gewerbeimmobilien, Krankenhäusern und Schulen
- durch den Klimawandel verursachte Bauschäden oder präventive Maßnahmen
- Investitionen für Heizungs- und Kraftwerksanlagen für Erneuerbare Energien
Kostenseitig werden hierdurch die Kommunen erheblich belastet. Die Sanierung des Wohnungsbestandes stellt die größte Herausforderung für öffentliche und private Eigentümer dar. Dazu kommen Bautätigkeiten, die durch die Planung von Biomasseheizungsanlagen entstehen. Cirka 23% des gesamten CO2-Ausstoßes sind auf den Energieverbrauch in Wohnungen zurückzuführen.
Weil in der energetischen Gebäudesanierung auf Ihre Kommune umfangreiche und Ihren kommunalen Haushalt belastende Ausgaben zukommen, ist die Versuchung groß, in erster Linie auf die Investkosten und nicht auf die Herkunft der Baufirmen oder gar die Baustoffe und ihre Produkteigenschaften zu achten.
Werden aber vorrangig regionale Firmen in der Ausschreibung berücksichtigt und Materialien eingesetzt, die in Ihrer unmittelbaren Umgebung wachsen oder produziert werden, bleibt die Wertschöpfung in Ihrer Kommune und wirkt sich auf Ihren kommunalen Haushalt positiv aus.
Hinzu kommt, dass viele Materialien durch die Herstellung oder Entsorgung unsere Umwelt belasten, was wiederum an anderer Stelle Kosten für die Volkswirtschaft und somit für uns alle bedeutet. Berücksichtigen Sie stattdessen Produkte, die bei der Herstellung, Verwendung und Entsorgung klimaverträglich und damit für uns alle im Ergebnis kostengünstig sind.
Die Rohstoffe für diese Baumaterialien wachsen direkt vor Ihrer „Haustür“. Das dient auch der Wirtschaftsförderung aller Gewerke der Bauwirtschaft in Ihrer Region.
Im Dezember 2007 rief die EU Kommission eine Leitmarktinitiative (Lead Market Initiative for Europe LMI) für Europa aus. Mit dieser Initiative sollen Märkte gestärkt werden, die das Potenzial haben, ihr Wirtschaftsvolumen bis 2020 mehr als zu verdoppeln und zusammen eine Million Arbeitsplätze zu schaffen. Die EU Kommission hat sechs erste Leitmärkte benannt. Darunter finden sich auch:
- Nachhaltiges Bauen
- Recycling
- Biobasierte Produkte (bio-based products)
- Erneuerbare Energien (renewable energies)
Weiterführende Informationen erhalten Sie unter:
http://www.nachhaltigesbauen.de/eu-leitmarktinitiative.html